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Wenn sie und er und er und sie.

Trägt der Wind ihre Gedanken zu ihm und führt die Sonne aus, was sie ihr befahl und zwar seine Haut mit ihren Strahlen zu streicheln? Blickte er gleichzeitig zum Mond hinauf, verträumt und melancholisch und fühlte die Berge und Seen, die Städte und Täler, die zwischen ihnen lagen? Dachte er gelegentlich an sie, wenn die Nacht hereinbrach und die Sterne die Dunkelheit erhellten? Weiss sie, dass er einmal auf der blauen Klippe sass um nur für sie die klagenden Melodien der Mundharmonika über das tosende Meer in die Weite zu schicken, in der Hoffnung, sie würde es hören und um zu spüren, wie der Schaum der salzigen Wellen sein Bein umspülten? Weiss er, welchen Wunsch sie aussprach, als sie letztens beim einsamen Spaziergang auf der Sommerwiese eine glitzernde Sternschnuppe am Firmament verbrennen sah? Würde er ihr verzeihen, wenn er wüsste, dass sie ihm fast ihre ganze Existenz vorgelogen hatte? Und wenn nicht, hätte er dann je herausgefunden, dass sie es nur tat, weil sie keinen anderen Weg sah, ihn sonst noch so nah kennenlernen zu können? Freute er sich auch so fest wie sie, dass sie sich, wenn der Sommer dem Herbst dann wich, wiedersehen würden? Wusste er, dass sie deswegen wieder lügen musste, um überhaupt zu ihm fahren zu können? Machte es ihr noch etwas aus? Konnte er auch nicht schlafen, weil die bisschen gemeinsame Erinnerung, die sie als ihres bezeichnen durften, immer wieder in seinem Kopf brennend aufflackerte und ihn schmerzlich dran erinnerte, dass er zu Hause war und nicht noch bei ihr? Wusste er, dass ihre Tage trist und grau waren, wenn sie nichts von ihm hörte? Wusste er auch, dass nur ein kleines Zeichen, welches er mehr als Tausend Kilometer weit auf den Weg gab, ihren Tag retten konnte und nichts mehr schlimm erschien? Wusste er ausserdem, dass sie nun alles zu Hause als so grau und sinnlos, monoton und träge empfand , weil er nicht war? Wusste er, ...und wusste sie, ... und würden sie es jemals erfahren? Und wenn die Sterne beschlossen, ihre behütetende Hand über seines und ihr Schicksal zu legen, wie gut konnte es noch werden, wo es jetzt schon das bestmögliche war, was sie durch diese Distanz bewirken konnten? In welches Paradies konnte die führende Hand sie und ihn noch leiten, wenn im Herbst sein Medizinstudium fortfahren würde und sie ihren routinierten Praktikumstag anzutretten hatte - auch hunderte von Kilometern voneinander entfernt? Waren die Gefühle nicht dem Erlöschen verbannt? Und würden sich die warmen Sommerabende nicht immer tiefer in den hintersten Winkel der Erinnerungsschublade vergraben und schliesslisch verstauben?
2.8.07 23:41


Anleitung einer Liebesgärtnerin

Man nehme eine Versuchsperson.
Die Voraussetzung für die Wahl jenes Gegenübers verlangt ein relatives Aussehen, Intelligenz, (Körper)Rhythmik, einen Ansatz von Humor und eine bedingte Faszination (Achtung, hier kann man sich sehr leicht täuschen!).
Dann pflanze man einen liebevollen Keim in ihr Herz und giesse es mit reichlich Zuneigung und Verführung, jedoch soll der Sämling vor zu viel Geduld geschützt werden.
Die Pflanze soll schliesslich bald wachsen, Wurzeln schlagen und das Herz mit dem Namen jener Gärtnerin bedecken, über und über. Die Ranken sollen ins blutige Muskelfleisch dringen und die pochende Kardia mit ihrer Farbe schattieren.
Das Gewächs soll Blüten tragen und auch Obst, Früchte ihrer Arbeit und ihrer Investition ohne gewisse Zukunft; alles ein Zufallsspiel.
Den dicken Trieb eigenhändig zerhacken, die schweren Wurzeln selbst ausreissen zu wollen geht nicht, wird aber auch gar nicht möglich sein.
Dann nehme die Gärtnerin ihr eigenes Herz, passt an und was nicht passt, wird passend gemacht.
In sich selbst trägt sie nur eine Blüte der Liebespflanze und giesst sie hin und wieder mit etwas Verstand und gutem Zureden.
Verwelkt jedoch solcherlei Blüte, so wird sie unbrauchbar. Die Versuchung, die Blüte wiederbeleben oder gar eine Neue, Frische des Herzgewächses entnehmen zu wollen, wird die enttäuschte Gärtnerin garantiert nicht verspüren.
Am Besten entsorge man den verwelkten Zweig im Grünabfall und lässt das Herz des Gegenübers verwuchern und verwildern.
15.6.07 11:15


Perlenspiel

Der Zug hielt endlich bei Station "Perlenspiel" und ich wartete freudig auf deinen Zustieg.
Die Menschen winkten sich manchmal euphorisch, machmal zu Tode betrübt zum Abschied und ich malte mir die schönsten Reisen mit dir aus. Die Sonne schien mir ins Gesicht und streichte mir verlorene Haarsträhnen aus dem Gesicht. Der Himmel war noch nie weiter und blauer gewesen. Bald würdest du kommen.
Die Passagieren schlossen langsam die Fenster, setzten sich hin, begannen zu lesen und zu schlafen. Auf dem Gleis leerten sich allmählich die Menschen, Begleiter des Abschieds und gingen nach Hause. Du warst noch nicht da.
Dunkle Wolken, welche dicke Regentropfen in sich trugen, zogen am märchenblauen Himmel auf und verdrängten meine Welt der zarten Vollkommenheit. Ich wartete. Der Zug auch, obwohl es schon lange Zeit gewesen wäre, loszufahren.
Ich schaute hoffnungsvoll und sehnsüchtig das Gleis entlang, denn du konntest jeden Moment noch kommen! Ich starrte auf den grauen Asphalt, der keinen Schatten des Deinen widerspiegeln wollte. Der Himmel zauberte mir schwere Tränen auf die Wangen, es regnete. Die Ästen der Trauerweide am Gleisrand peitschten verrückt im Winde, verflochteten sich zu Ungeheuern im Dunkeln.
Der Zug setzte sich nach zu langer Wartezeit in Bewegung und fuhr, mit einem Mädchen und seinem gebrochenen Herzen, langsam aus der Station. Da warst du (!) - ranntest - schriest - ranntest - verzweifelt - ranntest - schnauftest - ranntest - du wolltest um alles in der Welt auf diesen Zug! Dein Ticket ins zweisame Paradies fiel dabei aus der Tasche auf den nassen Boden, wo es kleben blieb - dürchnässt und aufgeweicht, sich in nichts auflösend, keine Spuren hinterlassend.
Du ranntest - schriest - weintest - ranntest - beim Versuch noch aufzuspringen, stolppertest du und bliebst im Regen liegen.
Doch der Zug fuhr ab.
Der Zug ist abgefahren, Liebster.
22.2.07 23:09


Vergissmeinschon

"Der Teilnehmer ist besetzt. Versuchen Sie es später erneut."
Wenn ich an dich denke, weiss ich gar nicht, an was ich mich noch fest klammern soll. Es gibt in dieser Welt, wo mein Haar nun viel kürzer ist und du mit einer anderen schläfst, keinen Platz mehr für alte Erinnerungen, an die man sich noch festklammern will. Die Erinnerungen, die für mich einst in den Farben des Regenbogens geschimmert haben, sind nun vom vielen Drankdenken und Sehnen ganz ausgefranst und grau geworden.
"Der Teilnehmer ist im Moment nicht erreichbar."
Durch verschiedene Türen sind wir aus dem, in Sommerfarben gehaltenen Raum in den Winter geschritten. In verschiedene Rollen, die uns nicht gerecht zugeschnitten worden sind, hat uns die Zeit gesteckt und uns wie Marionetten auf dem Feuer der Bitterkeit und dem Eis der Einsamkeit tanzen lassen.
"Keine Verbindung zur Zeit. Versuchen Sie es bitte später erneut."
Ich sehe dich, doch schaue ich nicht in die liebevollen Augen, in die ich einst so gerne blickte.
Du berührst mich, doch tust du dies nicht, wie einst so voller Zärtlichkeit und Verlangen.
Wir sprechen miteinander, doch ist der weiche Ton von einst völlig verloren gegangen, in alle Winde verhaucht.
"Der Teilnehmer hat sein Scheiss Handy ausgeschalten und er will seine Ruhe, verdammt noch mal!"
Bald weichen die düsteren Klängen des Winters der Frische des Frühlings, mit all seinen milden Melodien und süssen Düften.
Dann werden wir bereits nicht mehr erkennbare Spuren im Sand deines Strandes sein, die vom Meer meiner Tränen weggespült und verwischt worden sind.
22.2.07 22:23


Engel

Ich will dich, gefallener Engel.
Und dich find ich nicht im Paradies.
15.1.07 21:14


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