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Die Gezeiten, die trage ich im Herzen
Und sie steigen auf wie ein Zeichen
Ich sterbe an meinem geringen Schmerz
An meinem Lied, an meinem Schwan
Es ist wie ein schaukelndes Schiff
Im Hafen der Gerechtigkeit
Und es weint von meinem Himmel
Für Lichtjahre und Jahre der Qual
Ich bin der Geist
Täusche euch in der Nacht
Um dir einen Dunst von Küssen zu geben
Und dich in seinen Reimen einzuschliessen
Wie ein Beben im Juli
Heult der einsame Wolf
In den Sternen ein Fenster von oben
Von den Findern des Sandes und der Erde
Erinnere dich, du, Meerhund
Dass wir schwarz weiss befreien
Wer schreit in der Wüste
Der Baum, alles Friedhöfe
Ich weiss, dass das Leben da ist
Mit seinen Flanell Lungen
Wenn er seine Vergangenheit beweint
Die grosse Kälte und ihren Atem
Die uns an alle Abende erinnert
und die gewonnenen Wettläufe auf dem Schaum
Der wie Pferdespucke ist
Felsen und Korallen geritzt
Oh, Engel vergangeren Vergnügen
Oh, Klang einer anderen Gewohnheit
Wenn nichts anderes ein Vergnügen ist
Als der Schmerz der Einsamkeit
Der Duft von salzigem See
Der eindringt durch die roten Wunden
Und ich erforsche Meter um Meter
Deine Verletzung in der Tiefe
Bis an die Grenze des Wohlseins
Zwischen Decken, der Sonnenaufgang leicht
Ein Fenster auf den Refrain
Du grüner Junge meines Spleens
Muscheln wie gezeichnet
Im Licht der Sonne
Sind wie spanische Kastagnetten
Fahl im Sonnenuntergang über dem Meer
Hab Gnaude, Gott des Granits
Vor ihrere Berufung als Schmuck
Wenn sich streng der Finger hebt
Zwischen Sichel und Messer
Im Halbdunkel durch den Schlitz
Beobachte ich den Lauf der Welt
Durch die Fensterläden meines Blutes
Das antike Plasma des Abschwörens
In einer traurigen Geometry
Wie ein Schatten der zu spät kommt
Am Strand versteckt sich der Sand
C'est fini la mer, c'est fini.
2.9.07 22:21


Obsession

Und wenn ich könnte, Freundin, ich liesse mir Flügel wachsen und flöge höher und höher, bis die kühle Luft über dem Himmelsbogen mein Herz ganz betäubte und mir die Luft nähme, mit jedem Atemzug ich seinen Namen höhre. Ich stürzte mich aprubt in die Tiefe, um das Gefühl der Einsamkeit von mir schälen zu können, wie die Lederhaut eines Reptils und fiele ins salzige Meer, wo meine Tränen sich mit dem Wasser vermischten und wo ich allmählich mit den Wellenkronen verschmelzen würde, um mich an sein Land spühlen zu lassen. Ich umspielte dann sanft seine Beine und schenkte ihm die schönsten Muscheln der See, die goldigsten Sandkörner meiner verlangenden Liebe, die hellsten Sterne des Firmaments und all meine zärtliche Zuneigung. Ich hinterliesse Salzspuren auf seiner gebräunten Haut, um seine Seele zu brandmarken und um ihn mein zu nennen. Ich söge den Wind, der vom Klang seiner Stimme gefärbt wurde, tief in mich ein und würde ihn als mein schönstes Kleid tragen; bis in seine tieftsen Träume würde ich dringen, um immer präsent zu sein, damit er seine Blicke nicht auf Gleichgesinnte warf. Und sollte er je wagen, in den Armen einer anderen zu liegen, ich wäre der Alptraum, ich wäre sein Ruin, ich tobte wie der aufgebrachteste Sturm und wehte ihm sein Ein und Alles weg, meine Zweige als Trauerweide schnitten ihm tiefe Wunden in sein Fleisch - es soll ihm eine Lehre sein.
Gedenke immer mein.
11.8.07 12:24


Version I

In meiner Kaugummidose gibt es grüne Kaugummis, welche nach Limone schmecken und lila Kaugummis, welche nach Blaubeeren schmecken.
Ich habe sie deshalb in die gleiche Dose aufgefüllt, weil die grellen Farben die Regentage etwas colorieren. Wenn ich also einen Kaugummi möchte, schüttel ich meine Dose und rate, in welcher Farbe der Kaugummi sein wird, den meine Finger schnappen.

Ich hatte auf lila getippt. Aber der Kaugummi, den ich schliesslich in meiner Hand hielt, war grasgrün. Dass es so herauskommen würde, war eigentlich fast klar, denn die grünen Kaugummis waren in der Überzahl, da ich die lilanen lieber hatte.
Aber ich war schlechtgelaunt. Ich starrte auf das grüne etwas und biss mir die Zähne zusammen. Wieso richtete sich alles gegen mich? Das Wetter, die Kaugummis und er.

Was die Kaugummis anbelangt, den Grund habe ich schon erwähnt.
Und nun ja, das Wetter. Das trübe Wetter ist kalt und nass und es ist Sommer. Sommer, wenn ich meine Gedanken von diesem Wort erfüllen lasse, dann werden meine Vorstellungen von prallen Sonnenstrahlen, heissem Asphalt und salzigen Wellen überflutet - kein Wunder wurde da das Herz ganz weich und pampig, damals. Aber damals ist damals und jetzt ist jetzt und jetzt ist es kalt, obwohl jetzt Sommer ist.
Er. Ein Dichter, ein Poet, ein Denker.
Er. Er hat den Sinn begriffen. Den gibt es nämlich nicht, den Sinn. Er begreift schnell, er ist rational. Kein Wunder, er ist auch angehender Arzt.
Da war da und jetzt, mehr als tausend von Kilometern voneinander entfernd, ist jetzt. Man muss sie abstellen können, die Gefühle.
Ich bin anders. Ich bin ein emotionaler Fall. Und dazu schlecht gelaunt. Traurig? Keine Ahnung. Aber im Radio, im Radio erklingt eine sentimentale Männerstimme und spielt mit italienischen Wörtern, die von sehnsüchtiger Liebe handeln. Na toll, hervorragend, ganz wunderbar.
8.8.07 11:29


Version II

Angenommen also, ich hätte auf lila getippt, auch lila gefischt und ein wenig meine Zweifel befriedigt. Wäre ich dann weniger schlecht gelaunt gewesen?
Das Wetter.
Es regnet, es stürmt, der Himmel ergiesst all seine Tränen über die Erde und ertränkt sie in dumpfe Trägheit. Der Himmel hängt dicke Wolken in den Firmament, bedeckt die zwei Liebenden, die Sonne und den Mond, Erdtrapant.
Was, wenn ich heut früh aufgewacht wäre und die Sonne hätte gerade den milchig blauen Himmel berührt und die Erde zu einem weiteren Tag geküsst? Mir wäre es nicht besser gegangen.
Der Sonnenaufgang. Das war seine und meine Zeit, vor unserem Abschied.
Als wir aus der Disco tratten, tagte es bereits. Der Himmel war marineblau und von dunklen Schatten überzogen.
"Komm, ich bring dich nach Hause." - Er
"Zu mir? Aber das ist deine entgegengesetzte Richtung." - Ich
"Ich weiss." - Er
"Nein. Ich will nicht nach Hause. Es wird ja schon hell." - Ich
"Stimmt. Wir kehren nicht schon nach Hause zurück. Ich zeig dir, wohin wir gehen.", meinte er und streckte seine Hand aus, damit ich meine in seine legen konnte.
Hand in Hand gingen wir über die noch nicht erwachten Strassen Lissabons und beobachteten, wie der rosa Himmel sich allmählich einem neuen Tag öffnete, damit bald die Strahlen zu uns durchdringen konnten.
Wir gingen zum Fluss Tejo hinunter und Hand in Hand kletterten wir den Felsstrand entlang, bis wir das Wasser berühren konnten.
"Das ist das Wasser des Atlantiks. Ich will es probieren."
Das taten wir. Beide tunkten den Zeigefinger ins kühle Wasser und kosteten.
Salzig. Es sprudelte und sprang so lustig auf meiner Zungenspitze.
Er zog mich an sich und küsste mich. Salz auf Salz, welch salziger Kuss. Ich kicherte.
[...]
Wir verpassten den Sonnenaufgang.

Wie hätte ich mich fühlen sollen heute morgen, bei der gleichen Stimmung, jedoch ohne meine persönliche Quintessenz..?
8.8.07 19:48


Schlussfolgerung und Tatsache

Was soll ich also von der Stimmung halten, vom guten Wetter, vom Tagwachen? Ich wäre im Zug gesessen morgens und hätte iPod gehört. Fabrizio de Andrè. Italienisch. Und hätte den Himmel angeschaut und innerlich geweint und geschrien.
Kommt aufs Gleiche hinaus, ob Radio oder MP3. Meine Gedanken hätten sich nur um ihn gekreist.

Und er. Und wenn er jetzt, anstatt sich alle zwei, drei Tage zu melden, sich jeden Tag melden und immer noch nicht glauben würde, dass wir jetzt weit, weit weg sind voneinander, was hätte es gemacht? Weit ist er ja trotzdem noch, sehen können wir uns trotzdem nicht.

So oder so, ich wäre heute schlecht gelaunt gewesen. Und morgen und übermorgen und überübermorgen wird es mir nicht anders ergehen...bis er mir endlich sagt, wann ich hinunter zu ihm darf. Was bald passieren wird. Denn sonst sind meine Tage trist und traurig.
Er fehlt.
Ich kann die Gedanken nicht abstellen, mein Verstand flüstert Sekunde für Sekunde seinen Namen und ich kann die Stimme, welche für mich laut wie aus einem Megafon dringt, unmöglich überhören. Mein Herz schlägt im Takt der Silben, der sein Name trägt und ich bewege mich apathisch zur Melodie dazu. Stunde um Stunde, Tag für Tag.

Ich würde so gerne in einer Ecke sitzen und weinen, klein und zerbrechlich. Meine Träne sollen mit dem Regen verschmelzen und Trauer, Sand, Stein, Hoffnung, Schnecken und Schmerz davon spülen - am Liebsten bis zum Tejo, in jenen Fluss, der seine und meine Hautschüppchen trägt.
8.8.07 19:48


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